Mein erster Berührungspunkt mit dem Stammtisch in Wolfsburg entstand durch Sabrina, die ich im Chat getroffen habe. Eigentlich war ich mehr der Auffassung, dass aus einem Chat wenig entstehen kann. Durch leidliche Erfahrungen habe ich nicht gedacht, das sich doch etwas Tolles entwickeln könnte.
Sabrina jedoch überzeugte mich auf eine so sympathische Weise, dass ich der Versuchung nicht widerstehen konnte und im November 2004 beschloß, den weiten Weg nach Wolfsburg zu fahren.

Bisher war es bei früheren Versuchen eine Gemeinschaft zu finden, in der ich als Frau akzeptiert werde und auch mal einfach nur ich selber sein kann, nicht besonders einfach. Als ich aber dann die Tür in Wolfsburg öffnete und mich vorstellte, spürte ich sofort Sympathie und hatte das Gefühl: die verstehen mich nicht nur, die sehen mich wie ich bin.
Und das kam auch sofort rüber, dieses Gefühl: 'hier bist du richtig.'

Vera und Chantal, die beiden Unermüdlichen wenn es darum geht uns spezielle Spezies als ja eigentlich ganz normal zu sehen, haben sich mit mir unterhalten und auch zu den anderen kam schnell Kontakt zustande. Es wurde ein langer Abend für mich und ich beschloß wieder zu kommen.

Da ich meiner Frau natürlich erzählt habe wo ich bin, wollte auch sie wissen, wie es war. Und sie meinte, es könnte ja wirklich mal etwas sein für mich.
Im Januar gab es dann einen Besuch in Hannover im Travestietheater und ich war beeindruckt von der Lässigkeit, mit der wir Mädels in die Öffentlichkeit gehen. Genau das wollte ja auch ich: Ganz normal als Frau in die Öffentlichkeit, mein feminines Ego ausleben. Die Menschen sollten einfach sehen, das ich mich als Frau eben wohl fühle und das ich nichts Schlimmes bin ;-)

Meiner Frau erzählte ich unter anderem, dass beim Stammtisch auch die Partnerinnen dazu kommen. Dieses wäre endlich eine Gelegenheit sich mal aus der Gefangenschaft lösen zu können und mit anderen Frauen über das Thema Mann als Frau zu sprechen. Für meine Frau war es ein echtes Problem, genau darüber mit niemandem sprechen zu können.

Auf dem Stammtisch im Februar hatte ich mir dann vorgenommen, mal gezielt mit den Frauen zu sprechen um vielleicht meine Frau dazu zu überreden, doch einmal mitzukommen.
Allein die Tatsache, dass ich mich ganz normal mit einigen Partnerinnen locker über die Problematik des Erfahrungsaustausches unterhalten konnte, begeisterte mich.
Ich hatte meiner Frau bereits Bilder vom Stammtisch gezeigt auch und eine Menge erzählt.  
Dann flogen die Kurznachrichten hin und her und am Ende schrieb meine Frau, sie kommt das nächste Mal mit. Natürlich war meine Freude groß. Hatte ich doch endlich eine Gemeinschaft gefunden, in der sich auch Birgit wohlfühlen konnte.

Im März war es dann jetzt soweit, dass wir das erste Mal gemeinam zum Stammtisch fuhren.
Birgit natürlich mit gemischten Gefühlen. Aber die verschwanden sofort, als wir dann zwischen den anderen sassen. Es war eine neue Erfahrung für sie und eine absolut positive.
Zum einen weiss sie jetzt, sie ist nicht mehr allein und kann sich auch mit anderen mal über die kleinen Problemchen unterhalten - zum anderen kennt sie jetzt die Menschen mit denen ich unterwegs bin. Auch das gibt ihr ein besseres Gefühl.

Für mich bedeutet das, ich kann mich in dieser Gemeinschaft mit anderen treffen, etwas unternehmen und Birgit kennt die Leute. Das ist für sie ein wesentlicher Fortschritt.

Für die Zukunft sind einige Unternehmungen geplant. An einigen wird Birgit auch teilnehmen und das weil sie weiss, dass auch sie ihren Spaß haben wird.

Genau das und die Erkenntnis nicht mehr allein zu sein, hat uns ein großes Stück weiter gebracht. Mir macht es jetzt viel mehr Spass die Frau in mir auszuleben, weil Birgit daran ganz anders teilhaben kann.

An dieser Stelle möchte ich mich vor allem bei Sabrina und Frauke und bei Michelle und Ari bedanken. Und natürlich bei Vera und Chantal, die diesen Stammtisch als Forum erst auf den Weg gebracht haben.

Denn zu zweit macht es erst wirklich Spaß.

Mit lieben Grüssen
eure Angie

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